Schreberjugend Sachsen - Natur- und Gartenzentren
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Natürlich bilden - Schreberjugend Sachsen

 

Projekt "Artenvielfalt im Kleingarten"

Unsere Kleingartenanlagen sind ein seit über 100 Jahren vom Menschen gestalteter Lebensraum und somit ein Bestandteil unserer Kulturlandschaft. In der Entstehungszeit der meisten Gartenanlagen befanden sich diese am Rande der Städte, aber dennoch meist in der Nähe der Wohn- und Arbeitsstätten der Menschen. Die Entwicklung der Städte ging aber weiter, und so wurden viele Gartenanlagen von Wohnanlagen eingeschlossen. Dies blieb nicht ohne Folgen für die Flora und Fauna. Arten, welche auf große Territorien angewiesen waren verschwanden, aber viele blieben. Der Charakter einer Gartenanlage entspricht in etwa dem einer Streuobstwiese und bietet somit einer Vielzahl von Arten eine Lebensnische. Die hohe Artendichte ist auf die Bewirtschaftung des Menschen zurückzuführen, gibt der Mensch einen Garten auf, so wird dieser in kürzester Zeit von reproduktionsstarken Arten besiedelt. Diese drängen die meisten Kulturpflanzen zurück und somit verschwinden auch viele Tierarten. Diese Gesetzmäßigkeit ist leicht erklärbar, in der Natur entsteht ein Artenreiches Biotop wie z. B. der tropische Regenwald oder eine Wildblumenwiese durch nährstoffarme Böden. Keine Art kann eine übermäßige Dichte erreichen, da jede Pflanze ein Speziallist ist und ein begrenztes Einzugsgebiet für ihre Ernährung hat. Unsere Gärten sind natürlich nicht arm an Nährstoffen, hier übernimmt meist unbewusst der Mensch diese Regulation. Die Fauna passt sich dem Artenreichtum der Flora an.

 

Die Bedeutung der Kleingartenanlage als Arche für viele Tier- und Pflanzenarten steigt ständig. Viele Gartenfreunde sind sich dem Wert ihrer Tätigkeit im Rahmen des Artenschutzes gar nicht bewusst. Ein interessantes Beispiel hierfür ist die Ringelnatter, gerade diese Tierart wurde vom Menschen ihrer natürlichen Lebensräume beraubt. Sie hat in unseren Kleingärten ein neues Rückzugsgebiet gefunden, besonders die Vorliebe der Kleingärtner für kleine Gartenteiche machte ihr das Überleben leichter. Gerne nutzen sie auch unseren Kompost zur Eiablage und sie arrangieren sich schnell mit den Menschen. Meist bemerken wir sie auch nicht, aber wenn, sollten wir sie respektieren. Aber die großen Tiere wie Ringelnatter & Co sind die Zeiger für das Ökosystem, es gibt jede Menge kleine Akteure, diese möchten wir natürlich gerne vorstellen.  

 

 

Wir möchten mit dieser Reihe die Kleingärtner Sachsens in den nächsten Jahren begleiten. In den nachfolgenden Beiträgen werden die unterschiedlichen Lebensräume der Kleingartenanlage beleuchtet. Wir gewähren mit spektakulären Bildern Einblicke in meist verborgene Welten und erklären Zusammenhänge und Abhängigkeiten der unterschiedlichen Arten.  Die gesamte Zuarbeit dieser Beiträge entstand in den Schularbeitsgemeinschaften der Schreberjugend Sachsen. Die Vielzahl der Bilder lässt sich leider nicht im Gartenfreund zeigen, aus diesem Grund wird die Homepage „Artenvielfalt Kleingarten“ in den nächsten Wochen freigeschalten.

Das Team vom

Natur- und Gartenzentrum Westsachsen der Schreberjugend